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| Abbildung: Archiv Zwölf Apostel |
Übergangskirche vor 1870 |
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Von der Gründung bis zur Gegenwart
Im Jahr 1860 fielen Ackerflächen im Norden der damals selbständigen Stadt Schöneberg an Berlin, die Bevölkerungszahlen stiegen sprunghaft – Gründe für die Ausgliederung eines selbständigen Pfarrbezirks aus der Alt-Schöneberger Gemeinde im Jahr 1863. Bereits 1864 fanden die ersten Gottesdienste in einer kleinen Kapelle, später in einer Übergangskirche aus Holz, statt. Auch erwarb die Gemeinde einen eigenen Kirchhof, der heute zu den kulturhistorisch bedeutsamsten Berlins zählt.
Mit finanzieller Hilfe der Nachbargemeinde St. Matthäus und aus öffentlichen Mitteln (der König und spätere Kaiser hatte das Patronat übernommen) konnte schließlich die Zwölf-Apostel-Kirche nach Plänen des Schinkel-Schülers Friedrich August Stüler errichtet und 1874 der Bestimmung übergeben werden. Innerhalb weniger Jahre stieg die Zahl der Gemeindemitglieder auf 70.000 an. Nun wurde von Zwölf Apostel aus durch Errichtung der Lutherkirche am Dennewitzplatz 1895 eine weitere Tochtergemeinde gegründet.
Die Geschichte der Gemeinde spiegelt die folgenden wechselhaften Jahrzehnte deutscher und Berliner Geschichte wider; so nahm beispielsweise die Armenversorgung einen breiten Raum ein.
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| © Schult de Morais/diálogo |
Die Zwölf-Apostel-Kirche wurde wie das Pfarrhaus 1871 bis 1874 erbaut. Links: Gemeindezentrum aus den 1960er Jahren. |
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Der Nationalsozialismus bringt auch in den eigenen Reihen heftige Auseinandersetzungen zwischen "Deutschen Christen" und Bekennender Kirche, die mit Pfarrer Kurtz einen herausragenden Vertreter in der Gemeinde findet. In dessen Wohnung entstehen ab 1938 eine Hilfseinrichtung für verfolgte "Nicht-Arier" und eine Schule für "nicht-arische christliche Kinder".
Die Evangelische Zwölf-Apostel-Kirchengemeinde bildet heute eine typische Großstadtgemeinde im Kirchenkreis Berlin-Schöneberg: gewachsener Kiez, hohe Fluktuation, soziale Brennpunkte, eher "kirchenferne Tradition".
Ihr Einzugsbereich hat sich durch Eingliederung der Nachbargemeinde St. Matthäus im Jahr 2000 weiter vergrößert: auf etwa 4.300 Mitglieder und ein Gebiet, das neben den bislang hauptsächlich im Bezirk Schöneberg gelegenen Arealen auch große Bereiche des Tiergartens von der Siegessäule bis zum Bundeskanzleramt, einschließlich Kulturforum und Teilen des Diplomaten- und Regierungsviertels umfaßt.
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