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MONATSSPRUCH

Mai
Öffne deinen Mund für den Stummen, für das Recht aller Schwachen!
(Sprüche 31,8)

Juni
Gott hat sich selbst nicht unbezeugt gelassen, hat viel Gutes getan und euch vom Himmel Regen und fruchtbare Zeiten gegeben, hat euch ernährt und eure Herzen mit Freude erfüllt.
(Apostelgeschichte 14, 17)

Juli
Fürchte dich nicht! Rede nur, schweige nicht! Denn ich bin mit dir.
(Apostelgeschichte 18, 9.10)

JAHRESLOSUNG
2013
Wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir.
(Hebräer 13, 14)


 

MITTWOCHS-INITIATIVE E. V.
Prävention, gesundheitliche und praktische Hilfen

Foto: Schult de Morais/diálogo
© Schult de Morais/diálogo
Vergrößern (bitte ggf. JavaScript aktivieren)Gebrauchte Spritzen
werden sicher entsorgt
 

Schon seit 1991 kümmert sich die Mittwochs-Initiative e. V. um die Drogenabhängigen und Prostituierten im Kiez. Jeden Mittwoch können die Leute ihre benutzten Spritzen gegen neue tauschen. Für die Drogenabhängigen ein Anreiz, das Geld für den Kauf neuer Spritzen zu sparen (bzw. keine benutzten Spritzen wiederzuverwenden) – für die Anwohnenden andererseits der Vorteil, daß die Spritzen nicht in ihren Hauseingängen, Blumenrabatten und Spielplätzen landen, jedenfalls nicht in solchem Umfang wie noch bis 1991.

Natürlich geht es der Mittwochs-Initiative auch um die Gesundheit der Leute. Oftmals wurden Spritzen mehrfach benutzt. Da sie nun aber nicht mehr steril sind, können Entzündungen entstehen, auch Abszesse. Ebenso wurden Spritzen von mehreren Leuten genutzt. Dabei ist es oft genug zur gegenseitigen Ansteckung mit Hepatitis, aber auch HIV gekommen. Auch die Prostituierten laufen Gefahr, sich mit HIV anzustecken, wenn sie keine Kondome verwenden. Aus diesem Grund werden auch Kondome verteilt. Nicht zu vergessen: auch Menschen, die aus ihren Hauseingängen Spritzen entfernen, oder Kinder, die benutzte Spritzen finden und damit spielen, können sich mit Hepatitis infizieren (zum Glück nicht mit Aids, da der HI-Virus an der Luft sehr schnell abstirbt).

Lange Jahre stand jeden Mittwoch vor dem Gemeindehaus in der Kurfürstenstraße ein ausgebauter Campingwagen, aus dem heraus die Spritzen getauscht wurden. Im Jahr 2000 wurde dieses Spritzentauschmobil jedoch an einer anderen Stelle gebraucht. Seither findet die Arbeit im Gemeindehaus statt, im Sommer vor der Garage am Gemeindehaus und im Winter im Keller unter dem Foyer.

Viele Drogenabhängige hatten lange Zeit nicht mitbekommen, daß der Spritzentausch weiterging; andere hatten anfangs vielleicht sogar Bedenken, in ein Kirchengebäude zu gehen. Jedenfalls kamen im Jahr 2001 weniger Leute am Mittwoch zum Spritzentausch. Aber allmählich wurden es wieder mehr. Und zur Weihnachtsfeier im letzten Jahr, die die Mittwochs-Initiative für die Drogenabhängigen und Prostituierten Heiligabend im Gemeindekeller veranstaltete, gingen die Weihnachtsgäste – ungefähr 40 Leute – dann sogar geschlossen um 23 Uhr in die Kirche zum Spätgottesdienst.

 
It’s a long way … – Statistisches zum Spritzentausch

Foto: Schult de Morais/diálogo
Schult de Morais/diálogo
Vergrößern (bitte ggf. JavaScript aktivieren)Vorbeugung: sterile Spritzen und Kondome
 

Seit März 2001 führt die Mittwochs-Initiative eine ausführliche Statistik über die Zahl der Besucherinnen und Besucher sowie der getauschten und abgegebenen Materialien. Von März bis Dezember 2001 kamen rund 1.000 Menschen, tauschten rund 5.900 Spritzen und ließen sich rund 5.250 Kondome geben. Im folgenden Jahr 2002 kamen dann gut 1.450 Besucher/innen, tauschten knapp 6.575 Spritzen und bekamen über 8.100 Kondome. Im Jahr 2003 waren es bis Ende Oktober bereits fast 2.000 Personen, nahezu 14.500 Spritzen und annähernd 11.500 Kondome.

Während 2001 durchschnittlich nur rund 25 Leute jeden Mittwoch zum Spritzentausch kamen, waren es 2002 schon im Schnitt knapp 30 und 2003 bereits über 42. Im Schnitt tauscht zur Zeit ein/e Besucher/in jedes Mal 7,3 Spritzen und bekommt 5,7 Kondome.

All die seit März 2001 getauschten rund 26.970 Spritzen ergeben aneinandergereiht eine Strecke von fast drei Kilometern. Das entspricht, in Luftlinie, einer Entfernung von der Zwölf-Apostel-Kirche bis über den Savigny-Platz im Westen, bis zum Innsbrucker Platz im Süden oder bis zum Flughafen Tempelhof im Südosten.

 
HIV-Übertragungen drogengebrauchender Menschen werden wirksam reduziert

In Städten, die Projekte zum Spritzentausch durchführen, sank die Verbreitung des HI-Virus um 19 Prozent, während sie dort, wo keine derartigen Kampagnen bestehen, um 8 Prozent stieg. Dies ist eines des Ergebnisse einer weltweiten Studie, in die 99 Städte einbezogen waren. Hierüber berichten Margaret MacDonald, Matthew Law, John Kaldor, Jim Hales und Gregory J. Dore im Beitrag “Effectiveness of needle and syringe programmes for preventing HIV transmission” in der im Dezember 2003 erschienenen Ausgabe des International Journal of Drug Policy 14 (5–6), Seiten 353 bis 357.

Im Internet stehen via Gastzugang Zusammenfassungen (Abstracts) der Beiträge unter www.sciencedirect.com zur Verfügung. Außerdem läßt sich unentgeltlich in den von der U. S. National Library of Medicine veröffentlichten Abstracts (PubMed/Medline) unter www.ncbi.nlm.nih.gov recherchieren.

Bernd Weiß, 12/2003


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MITTWOCHS-INITIATIVE

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