URAA VOCATIONAL TRAINING CENTRE
Partnerschaftsprojekt am Fuß des Kilimajaro
Von 1974 bis 1979 war Jose Urasa als
Pfarrer an der Königin-Luise-Gedächtnisgemeinde in Berlin-Schöneberg
tätig. Nach seiner Rückkehr nach Tansania riss der freundschaftliche
Kontakt nie ab und die Gemeinde (besonders die Kindergottesdienstgemeinde)
begann ihn beim Aufbau einer Näherinnenschule zu unterstützen.
Jahre später, Mitte der 90er Jahre, kam es zur Bildung einer Gemeindepartnerschaft
zwischen der Berliner Gemeinde Königin Luise sowie den Gemeinden
von Uswaa, Uraa und Nkwatira am Kilimanjaro in Tansania. Gemeinsam
begann man ab 1995 mit dem Aufbau eines handwerklichen Ausbildungsbetriebes,
dem Uraa Vocational Training Center (UVTC). Mit diesem Angebot sollte
jungen Menschen eine solide und existenzsichernde Ausbildung ermöglicht
werden und der Abwanderung in die Städte, der Auflösung tragender
familiärer Strukturen und der sozialen Entwurzelung entgegengewirkt
werden. Weitere Schöneberger Gemeinden beteiligten sich an der
Partnerschaft – auch die Zwölf-Apostel-Kirchengemeinde.
Erfolgreiche Aufbauarbeit
Seither ist viel geschehen: Es wurden vier Häuser gebaut, vier
Ausbildungszüge für Schneider/innen, Tischler, Elektriker
und Schweißer eingerichtet, alle Lehrwerkstätten mit dem
nötigen Inventar ausgestattet, Stipendien vergeben, über
500 junge Menschen zu Handwerkern ausgebildet, die Kirchweih wurde
vollzogen, das Projekt erhielt die staatliche Anerkennung und in Berlin
konnten viele neue Förderer gewonnen werden.
Der bisherige Erfolg des Projektes gründet sich wesentlich auf
ehrenamtliches Engagement, kontinuierliche Sammlung von Sach- und Finanzmitteln,
die 100%-ige Verwendung der Spenden für das Projekt (also ohne
Abzüge für Verwaltungs- und Reisekosten), Transparenz und
Dokumentation,
regelmäßige freundschaftliche (privat
finanzierte) Besuche, eine partnerschaftliche, gleichberechtigte Projektentwicklung
sowie professionelles Schulmanagement und motivierte Lehrerinnen und
Lehrer.
Wie das Projekt gefördert wird
Die Berliner Förderer des Uraa Vocational Training Centers finanzierten
Bauprojekte des UVTC, das Werkstattinventar und Lehrmaterialien sowie
Stipendien für Schüler/innen aus in Not geratenen Familien.
Darüber hinaus werden Sachspenden (beispielsweise Maschinen sowie
Werkzeuge und Lehrmittel) gesammelt. Am Kilimanjaro leisten die dortigen
Förderer ihren Beitrag durch Management des Schulbetriebes, Finanzierung
und Qualifizierung des Lehrpersonals, Bauleitung sowie durch manuelle
Dienste. Alle Beteiligten, in Berlin und in Tansania, planen die Entwicklung
des UVTC partnerschaftlich.
Projektförderer
In Berlin:
Evangelische Kirchengemeinden Königin Luise und Silas,
Zum Guten Hirten, Philippus-Nathanael, Zwölf Apostel und weitere
Gemeinden.
In Tansania:
Evangelisch-lutherische Gemeinden in Uswaa, Uraa, Nkwatira
und die Evangelisch-lutherische Kirche am Kilimanjaro.
Zwölf Apostel
und das UVTC
Im Februar dieses Jahres hat eine Gruppe aus dem Kirchenkreis die Partnergemeinden
und das Uraa Vocational Training Center besucht. Große Freude
hat eine nagelneue
Gitarre ausgelöst, die Zwölf Apostel als herzlichen Gruß und
Zeichen der Verbundenheit für die Jugendlichen in Uraa mitgeschickt
hat. Die Zwölf-Apostel-Kirchengemeinde unterstützt seit 1998
mit einem Erlösanteil des Martinsbasars den Aufbau des UVTC, außerdem
mit Kollekten in Fest- und Jugendgottesdiensten und durch Einzelspenden.
Es wurden auch Nähmaschinen und Werkzeuge gesammelt. Jugendwartin
Ruth Eigmüller nahm an einer Besuchsreise teil (das Reisetagebuch
erhalten Sie im Gemeindebüro) und arbeitet im UVTC-Tansania-Arbeitskreis
mit.
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Der
Kindergarten von Uswaa |
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Eindrücke vom diesjährigen Besuch
Der tragische Tod von Pfarrer Urasa hat das Projekt nicht gelähmt,
sondern vielen erst recht ins Bewusstsein gerufen. Man fühlt sich
seinem Erbe verpflichtet. Die Schülerzahl hat sich seit dem letzten
Jahr auf 152 verdoppelt und es gibt zugleich weniger Schulabbrecher
als in den Vorjahren. Es ist eine moderne Computerklasse eingerichtet
worden, für die ein tansanischer Politiker Computer gespendet
hat. Neue Lehrer konnten eingestellt werden. Erstmals erhält das
Projekt staatliche Unterstützung, indem ein Teil der Kosten für
eine Lehrerfortbildung übernommen wird. Die Produktpalette des
UVTC ist größer und qualitativ besser geworden. So werden
die staatlichen Prüfungen auch für kleinere Ausbildungsbetriebe
im UVTC abgenommen, es gibt Kooperativen (z. B. mit einer Gemeinde
und einer Secondary School) und es wurden erste Internatsschüler
aufgenommen. Der neue Schulleiter Munisi managt die Schule professionell,
die Motivation bei Lehrern und Schülern ist hoch, die Arbeitsatmosphäre
gut. Bauvorhaben des UVTC wurden nach Erhalt der überbrachten
Spenden unverzüglich umgesetzt. Wie Sie sich beteiligen können
Begleiten Sie das Projekt mit guten Gedanken, Ideen und im Gebet. Informieren
Sie sich und erzählen Sie von diesem Projekt weiter. Lassen
Sie uns Sachspenden wie
Nähmaschinen (mit und ohne Strombetrieb), Werkzeuge aller Art,
Bau- und holzverarbeitende Maschinen zukommen. Und: Spenden Sie Geld
bei Kollektensammlungen für das UVTC im Gottesdienst und per Einzahlung/Überweisung
(Stichwort "Tansania-Projekt", Sie erhalten einen Spendenbescheinigung – Weitere Informationen zu Spenden »).
Michael Volz (November
2004)
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