Geschichte der GemeindeInterreligiöser DialogKirchhöfe
Musik in Zwölf ApostelMittwochs-InitiativeEhrenamt
Aktuell Öffnungszeiten Grabstätten und Gebühren Trauerfeiern und Beisetzungen Grabpflege Gesichter
KalenderRegelmäßige Termine

MONATSSPRUCH

Mai
Öffne deinen Mund für den Stummen, für das Recht aller Schwachen!
(Sprüche 31,8)

Juni
Gott hat sich selbst nicht unbezeugt gelassen, hat viel Gutes getan und euch vom Himmel Regen und fruchtbare Zeiten gegeben, hat euch ernährt und eure Herzen mit Freude erfüllt.
(Apostelgeschichte 14, 17)

Juli
Fürchte dich nicht! Rede nur, schweige nicht! Denn ich bin mit dir.
(Apostelgeschichte 18, 9.10)

JAHRESLOSUNG
2013
Wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir.
(Hebräer 13, 14)


 

Rundgang über unsere historischen Kirchhöfe

Umbettungen zum Südwest-Kirchhof Stahnsdorf durch die Nationalsozialisten

Foto: Landesarchiv Berlin
© Landesarchiv Berlin
Vergrößern (bitte ggf. JavaScript aktivieren)Nord-Süd-Achse für "Germania": Vorn der geplante Südbahnhof, darüber Triumphtor und Volkshalle
 

1938/39 wurden im Zusammenhang mit den Planungen Albert Speers zur Umgestaltung Berlins in "Germania" (wie die Stadt ab 1950 heißen sollte – siehe Foto des Modells) über 13000 Gräber aus Schöneberg auf den Südwest-Kirchhof in Stahnsdorf umgesetzt.

Speer, Hitlers "Generalbauinspektor", plante für Berlin als künftiges Zentrum eines großgermanischen Weltreiches eine "Nord-Süd-Achse", die am Reichstag beginnen und geradlinig nach Süden führen sollte. Sie war als Hauptstraße und neuer Mittelpunkt der Stadt gedacht. Von den Umgestaltungsplänen betroffen waren auch der Neue Zwölf-Apostel-Kirchhof, Werdauer Weg, sowie der Alte und Neue Kirchhof der St.-Matthäus-Kirchengemeinde, Großgörschenstraße bzw. am Priesterweg. Wo sie lagen, sollte ein neues Reichsversicherungsamt und – als Endpunkt der Achse – ein monumentaler "Südbahnhof" im Bereich des heutigen Bahnhofs Papestraße entstehen. Beide Bauten blieben jedoch Papier, sie wurden wie fast alle Vorhaben der Speerschen Stadtplanung durch den Krieg und die Kapitulation des "Dritten Reiches" gestoppt.

Foto: Kirchhofsverwaltung Stahnsdorf
Kirchhofsverwaltung Stahnsdorf
Vergrößern (bitte ggf. JavaScript aktivieren)Wiederaufbau umgesetzter Grabmale auf dem Südwest-Kirchhof in Stahnsdorf (um 1940)
 
Umbettungen von St. Matthäus
Noch vor Kriegsausbruch begann der "Generalbauinspektor" die Schöneberger Begräbnisplätze für die "Neugestaltung" Berlins aufzulösen. Im November 1938 wurde zunächst der Südteil des Neuen Kirchhofs der St.-Matthäus-Kirchengemeinde am Priesterweg (heute: Vierter Städt. Friedhof Schöneberg) für den Bau des Großbahnhofs "entwidmet". Die Räumung betraf ein Terrain von 4600 m² mit 1000 Grabstellen. 1940 sollte schließlich auch der nördliche Teil des Friedhofs zerfurcht wurden. Noch stärker traf es den Alten St.-Matthäus-Kirchhof: Im Februar 1939 wurde das an der Großgörschenstraße gelegene, nördliche Friedhofsdrittel in einer Größe von 5000 m² aufgehoben. Durch diese Maßnahme wurde der 1855/56 angelegte, historisch gewachsene Gemeindekirchhof partiell zerstört. 4500 Gräber mussten dem geplanten Reichsversicherungsamt an der "N.-S.-Achse" weichen, darunter 120 Erbbegräbnisse. Sie wurden auf der S-Bahnstrecke Wannsee-Stahnsdorf zum Südwest-Kirchhof gebracht. Es war vorgesehen, 1941 auch den übrigen Friedhofsteil zu bebauen, was der Kriegsausbruch verhinderte.

Alter/Neuer Zwölf-Apostel-Kirchhof
Von der "Germania"-Planung berührt waren auch die beiden Kirchhöfe von Zwölf Apostel. Im Januar 1939 wurde zunächst der mittlere und südliche, 26000 m² umfassende Teil des Neuen Zwölf-Apostel-Kirchhofs, Werdauer Weg, für den Bau des "Südbahnhofs" gebraucht. Die "Entwidmung" betraf zwei Drittel des gesamten Areals, wodurch der Kirchhof erheblich an Substanz verlor. Die Räumung sollte bis Oktober 1939 beendet, und die Gräber von 7000 Toten sodann dem Stahnsdorfer Friedhof eingefügt sein. Eine Umsetzung nach dem Restteil des Neuen Zwölf-Apostel-Kirchhofs war nicht möglich, da auch dieser später geräumt werden sollte. Die zunächst für 1945 geplante Beseitigung des Alten Zwölf-Apostel-Kirchhofs in der Kolonnenstraße fand nicht mehr statt. Die dort befindlichen Gräber blieben von den Verwüstungen der Nationalsozialisten verschont.

Südwest-Kirchhof Stahnsdorf
Die meisten Wahl- und Reihengräber aus Schöneberg liegen heute auf dem südlichen Teil des Stahnsdorfer Großfriedhofs, im Bereich "Neue Umbettung". Die Erbbegräbnisse hat man in einer Länge von 1,5 km an der Nordgrenze des Friedhofs, heutige "Alte Umbettung", wiedererrichtet – darunter das Mausoleum Langenscheidt, die Erbbegräbnisstätte von Richthofen und die Grabanlage Reichelt. Was blieb, sind die Narben und Furchen auf den Kirchhöfen im Stadtinnern, die durch die nationalsozialistischen Herrschaftsträume radikal zerpflügt wurden.

 
Dirk Reimann
 
Der Autor studierte Germanistik und Geschichte an der TU Berlin und führte im Jahr 2001 ein Forschungsprojekt auf dem Südwest-Kirchhof Stahnsdorf für die Stiftung Historische Kirchhöfe und Friedhöfe in Berlin-Brandenburg durch.

 

 

 
nach oben
 

UNSERE KIRCHHÖFE

Kirchhofsverwaltung
Magret Burhoff
Tel (0 30) 7 81 18 50
Fax (0 30) 7 88 34 35
kirchhoefe@zwoelf-apostel-berlin.de
Bestattungsannahme
Susanne Tietz
tietz@zwoelf-apostel-berlin.de

Alter Zwölf-Apostel-Kirchhof
Kolonnenstraße 24–25
10829 Berlin

Neuer Zwölf-Apostel-Kirchhof
Werdauer Weg 5
10829 Berlin

Alter St.-Matthäus Kirchhof
Großgörschenstraße 12–14
10829 Berlin
LAGEPLÄNE »

 

FORMULARE

Übertragung des Nutzungsrechtes »
Anmeldung einer Führung »
Anmeldung einer Bestattung und Kostenübernahmeerklärung »
Kontaktformular für Grabpflegeleistungen »
Grabmalantrag »

Auszug Friedhofsgesetz »
Friedhofsgebührenordnung
2007 »

DOWNLOAD

Alter St.-Matthäus-Kirchhof
Faltblatt mit Kurzinformationen
englisch/deutsch

Download »