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Rundgang über unsere historischen Kirchhöfe
Josef Friedrich Naumann
Alter Zwölf-Apostel-Kirchhof, Mittelgang
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![Josef Friedrich Naumann (Foto: Friedrich-Naumann-Stiftung, Archiv des Liberalismus [FN2-22])](/images/fotos/fn2_22_naumann_190.jpg) |
| Friedrich-Naumann-Stiftung,
Archiv des Liberalismus |
Josef
Friedrich Naumann – eine der letzten Aufnahmen kurz vor
seinem Tod im Jahr 1919 |
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Der Weg eines Geistlichen war ihm an der Wiege gesungen:
Josef Friedrich Naumann, am 25. März 1860 als Sohn des Pfarrers
Friedrich Hugo Naumann und seiner Frau Marie Agathe in Störmthal
bei Leipzig geboren. Sie war Tochter des Pfarrers Friedrich Ahlfeld,
Prediger an St. Nikolai in Leipzig. In seinen Erinnerungen hat Naumann
das Wesen der Mutter stärker beeindruckt, vor allem "eine
innere Freiheit und Feinheit".
Nach der Volksschule zunächst
Schüler im Nikolai-Gymnasium in Leipzig, wechselte Naumann 1876
in die Fürstenschule St. Afra in Meißen, wo sich das Zeichnen
als Hobby entwickelte. Nach der Abschlussprüfung studierte er Theologie
an der Theologischen Fakultät in Leipzig und ab 1881 in Erlangen
bei Reinhold Frank, der ihn besonders beeindruckte. 1883 trat Naumann
als "Oberhelfer" ins Rauhe Haus von Johann Hinrich Wichern
in Hamburg ein. "Wichern war die großartigste und wirkungsvollste
Erscheinung im evangelischen Deutschland des 19. Jh." schreibt
Theodor Heuss. Bei Naumanns Antritt 1883 war Wichern schon zwei Jahre
tot und sein Sohn Johannes leitete das Haus. Die Arbeit mit den schwierigen
Kindern machte Naumann glücklich und "ließ ihn die Erkenntnis
des sozialen Charakters des Menschen leichter werden …".
Nach seiner zweiten theologischen Prüfung wurde er Pfarrer in Langenberg,
wo er auch seine Verlobte Magdalene Zimmermann am 6. November 1889 heiratete.
Sie gebar ihm eine Tochter Elisabeth, die Naumann über alles liebte.
Naumanns soziales Interesse führte ihn 1890 als Geistlichen zur
Inneren Mission in Frankfurt am Main. Seine stetige Auseinandersetzung
mit sozialen Fragen führte ihn in den Vorstand des Verbands ev.
Arbeitervereine und er wurde Mittelpunkt der "Jüngeren Christlich
Sozialen". Auf dem Kongress der Christlich Sozialen 1896 in Erfurt
wurde der Nationalsoziale Verein gegründet und Naumann Vorsitzender.
1897 schied er aus dem Pfarrdienst aus und ging nach Berlin, um sich
ganz der Politik zu widmen. 1903 löste sich der Verein nach einer
Wahlniederlage auf und Naumann ging mit der Mehrheit der Mitglieder in
den Wahlverein der Liberalen. 1907 kandidierte er für die Liberalen
und gewann das Mandat. 1912 verlor er bei einer Stichwahl gegen den sozialdemokratischen
Kandidaten sein Reichstagsmandat, kam aber 1913 durch eine Nachwahl zurück,
nachdem der Nationalliberale Gustav Stresemann verzichtete und zur Wahl
Naumanns aufrief. Während des Ersten Weltkriegs war Naumann neben
seiner Reichstagstätigkeit vermehrt für die von ihm 1895 gegründete
Wochenzeitschrift "Die Hilfe" tätig, hielt Vorträge
im In- und Ausland. Die Arbeit erschöpfte den Asthmaleidenden sehr.
Nach dem Ende des Krieges war Friedrich Naumann Mitglied der verfassungsgebenden
Versammlung in Weimar. Er wurde als Abgeordneter von Berlin-Schöneberg
in die Nationalversammlung gewählt und gründete 1919 die Deutsch-Demokratische
Partei (DDP), deren erster Parteitag vom 19. bis 22. Juli 1919 in Berlin
stattfand. Wegen seines angeschlagenen Gesundheitszustands begab sich
Naumann im darauffolgenden Monat an die Ostsee, wo er am 24. August 1919
in Travemünde verstarb.
Die von Naumann gegründete DDP ist
die Vorläuferpartei der heutigen FDP, die 1958 im Haus des Bundespräsidenten
Theodor Heuss ihre Stiftung nach Friedrich Naumann benannte und gründete. Dieter Grunwald, in "Zwölf Apostel" Nr.
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