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Rundgang über unsere historischen Kirchhöfe
Max Bruch
Alter Sankt-Matthäus-Kirchhof, Feld Q-w 85
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Deutsche
Max-Bruch-Gesellschaft Sondershausen e. V. |
Max Bruch |
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Schon als 12-Jähriger galt er als Wunderkind und hatte bereits viele Werke komponiert: Max Bruch, geboren am 6. Januar 1838 in Köln. Der Vater, August Bruch, war stellv. Polizeipräsident in Köln, die aus einer Musikerfamilie stammende Mutter, Wilhelmine Bruch, geb. Almenräder, eine bekannte Konzertsängerin. Zunächst erteilte ihm die Mutter Klavier- und Musikunterricht, später erhielt er mit einem Streichquartett den Preis der Frankfurter Mozartstiftung. Durch dieses Stipendium wurde 1853 bis 1857 ein Kompositionsstudium bei Ferdinand Hiller möglich – eine Zeit hoher Schaffenskraft: 1855 hatte er bereits über 100 vokale und instrumentale Werke komponiert. "Max Bruch verbindet, wie das bei wirklichen musikalischen Genies der Fall ist, mit der wunderbaren natürlichen Begabung eine so ungeheure Tätigkeit, dass man nicht weiß, ob man mehr über seine Produktivität oder über seinen Fleiß erstaunen soll." (Niederrheinische Musikzeitung)
Nach Abschluss der Studien ging Bruch nach Leipzig, wo er seinem großen Vorbild Felix Mendelssohn-Bartholdy (gest. 1847) nachspürte. "Die Klarheit der Mendelssohnschen Kunst blieb Grundlage des Schaffens von Max Bruch, die Kantabilität tritt in Gegensatz zur Deklamation." (K. G. Fellerer) 1861 starb der Vater und Max zog wieder nach Köln. Alfred Krupp, Industrieller in Essen, unterstützte Bruch und finanzierte Reisen u. a. nach München, Wien und Berlin. In München fand er eine Sammlung wertvoller Volkslieder, die ihn nicht mehr los ließen und sein kompositorisches Schaffen beeinflussten. Bruch schuf einen Fülle von Chorwerken, Liedern und Oratorien. Von 1864 bis 1865 war Bruch in Mannheim, 1865 bis 1867 als Kapellmeister in Koblenz. In dieser Zeit entstanden seine Oper "Loreley" und das Werk "Fritjof" für Männerchor, Solo und Orchester, das auf einer isländischen Sage basiert. In Koblenz lernte Bruch Klara Schumann kennen, die ihn auch mit Johannes Brahms bekannt machte, mit dem Bruch lange befreundet blieb. Im April 1867 verstarb seine Mutter und er ging zurück nach Köln. Einem Ruf des Fürstentums Schwarburg-Sonderhausen als Hofkapellmeister folgte Bruch im gleichen Jahr. Diese Zeit, bis 1870, war seine fruchtbarste: Er veröffentlichte seine 1. Sinfonie op. 28, sein Violinkonzert op. 26 sowie eine Sinfonie op. 36. 1870 bis 1880 hatte Bruch eine freie Schaffenszeit in Berlin und Bonn, 1878 bis 1880 war er der Dirigent des Stern’schen Gesangsvereins in Berlin; hier entstand die Schottische Fantasie für Violine und Orchester, 1881 uraufgeführt in Liverpool, wo Bruch von 1880 bis 1883 als Musikdirektor wirkte. Am 3. Januar 1881 fand in Berlin die Hochzeit mit Clara Tuszek (geb. 1854) statt; dieser Ehe wurden die Kinder Margaretha und Max Felix geschenkt. (Margaretha ist wie ihre Eltern auf unserem Alten St.-Matthäus-Kirchhof begraben.)
Von 1883 bis 1891 folgten Jahre als Kapellmeister in Breslau. Zwei weitere Violinkonzerte (op. 44 und op. 58), entstanden, die zwar viel gespielt wurden, jedoch nicht die Popularität des 1. Konzerts erreichten. 1891 erhielt Bruch die Stelle des Direktors einer Meisterschule für Komposition bei der Königlichen Akademie der Künste in Berlin, die mit der Mitgliedschaft im Senat der Akademie und einem Professorentitel verbunden war. Dieses Amt übte er bis 1911 aus.
In seinen letzten Lebensjahren war Bruch von gesundheitlichen Problemen gezeichnet, ließ aber sein kompositorisches Schaffen nicht ruhen. Die Spätwerke erreichten jedoch nicht mehr die frühere Popularität. Ein Jahr nach seiner Frau Clara starb Max Bruch am 2. Oktober 1920. Er hatte eine Reihe von Ehrendoktorwürden erhalten und war noch im Jahr 1918 zum Ehrenbürger der damals selbständigen Landgemeinde Friedenau ernannt worden. Eine Gedenktafel "Berliner Lektionen" an seinem Wohnhaus, Albestraße 3, erinnert an ihn.
Dem künstlerischen Werk Bruchs widmet sich unter anderem die 1998 gegründete Deutsche Max-Bruch-Gesellschaft Sondershausen (externer Link).
Dieter Grunwald, in "Zwölf Apostel" Nr.
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