LITURGISCHES ABENDGEBET
Vesper in Zwölf Apostel
Zur Zeit pausiert diese Veranstaltung. Interessenten für einen Neubeginn im Herbst 2008 melden sich bitte im Gemeindebüro
Jeden 1. und 3. Sonnabend um 18.00 Uhr, in der Zwölf-Apostel-Kirche
In Fortführung jüdischer Frömmigkeit kamen die ersten
Christen am Morgen (Matutin) und Abend (Lucernarium, die spätere
Vesper) zum Gebet zusammen. Das frühchristliche Mönchtum erweiterte
diese Horen (lat.: Zeiten, Stunden). Spätestens seit der Benediktregel
aus dem 6. Jahrhundert kennt die Kirche folgende Tagzeitengebete:
- Matutin (Mette) um Mitternacht in Erwartung des Tageslichtes
- Laudes Lobgebet beim Anbruch des neuen Tages
- Prim Gebet zum Beginn der Arbeit (erste Stunde)
- Terz zur dritten Stunde (9 Uhr)
- Sext am Mittag (sechste Stunde)
- Non neunte Stunde (15 Uhr), Todesstunde Jesu
- Vesper Abendgebet bei Sonnenuntergang
- Komplet ("Vollendung") Nachtgebet
Für Kleriker
wurden diese – zunächst vornehmlich im Kloster
und dort bis heute praktizierten – Stundengebete ebenfalls verpflichtend
(Offizium), deren Form durch das Konzil von Trient (1545 bis 1563) vereinheitlicht
und für den kirchlichen wie privaten Gebrauch zusammengestellt (Brevier).
Die Tagzeitengebete folgen als besondere Form des Gottesdienstes der
biblischen Ermunterung "Seid allezeit fröhlich, betet ohne
Unterlass, seid dankbar in allen Dingen" (1. Thess. 5,17). Hauptinhalte
der Horen sind Psalmen, Schriftlesung sowie Gesänge, deren Form
noch die frühesten Wurzeln (Hymnen, Gregorianik) erkennen lässt.
Auch
unsere evangelische Kirche steht in dieser guten Tradition. Mette, Mittagsgebet,
Vesper und Komplet finden sich beispielsweise im Evangelischen
Gesangbuch. (In Zwölf Apostel wird die ältere und ausführlichere
Form gesungen.)
Stefan M. Schult de Morais |