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MONATSSPRUCH

Januar
Weise mir, Herr, deinen Weg; ich will ihn gehen in Treue zu dir.
(Psalm 86, 11)

Februar
Alles ist erlaubt - aber nicht alles nützt. Alles ist erlaubt - aber nicht alles baut auf. Denkt dabei nicht an euch selbst, sondern an die anderen.
(1.Korinther 10, 23-24)

JAHRESLOSUNG
2012
Jesus Christus spricht:
Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig.
(2. Korinther 12,9)


 
© Privat
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Daniel Friedrichs

Was ist eigentlich ein Kirchmeister? Gemäß Grundordnung ist er mit der Sorge für die wirtschaftlichen Angelegenheiten der Kirchengemeinde betraut. Der Rechtsanwalt Daniel Friedrichs, ein Spezialist im Miet- und Grundstücksrecht, bringt für dieses Amt von Haus aus gute Voraussetzungen mit. Der hochgewachsene Chorist im besten Mannesalter ist nicht nur als Tenor eine begehrte Stimme. Vielen ist der leidenschaftliche Sänger bekannt aus seinem Engagement als stv. Vorsitzender des Gemeindebeirates.

Schon als Kind faszinierte ihn die Musik, der er auf den rund 300 Klaviertasten seines Elternhauses nachspürte, indem er sich eigenhändig Bach und Chopin zuzog. Im Kreuzfeuer seiner sprachbegabten Schwestern lernte er das Chaos des Lebens mit kurzen, prägnanten Wortbeiträgen zu bestehen. Genießer schätzen seine pointierten Zuspitzungen, die oft helfen, unangenehme Dinge beim Namen zu nennen, um sie ausräumen zu können.

Dem ersten Anschein zum Trotz ist bei Daniel Friedrichs die Juristerei nie Selbstzweck. Sein Herz gehört den Armen und Bedrängten, denen, die keine Stimme haben, denen die mundtot gemacht wurden. Glück – das hat das Kind einer Großfamilie verinnerlicht – gibt es nur in der Gemeinschaft mit anderen. Für andere offen sein ist ein Geschenk, das sich nicht erzwingen lässt. Einen Friedrichs aus der Ruhe bringen wäre ein Kunststück. Geduldig und sachlich mahnt er an, ordnet, bleibt am Thema, benennt die Notwendigkeiten.

Wie mit der kargen aber nie inhaltsleeren Sprache, so hält es Friedrichs in allen Dingen, nicht zuletzt auch beim Essen: Ein einfaches, mit Liebe zubereitetes Mahl zieht er opulenter Schlemmerei vor.

Den unentwegten Radler begeistert die Formenvielfalt der Erdoberfläche; die größte Faszination übt dabei die Bergwelt auf ihn aus. Dort lässt er sich herausfordern, eigene Grenzen zu überwinden und körperliche Bedürfnisse hintanzustellen. Die wenigen freien Tage, die ihm seine Arbeit lässt, verbringt der 40jährige gern in den Alpen. Hier oben, auf den Gipfeln, kann er sich der Schöpfung nah fühlen, deren Bewahrung ihm am Herzen liegt.

Entspannung findet der vielseitig engagierte Kirchmeister in Stille und Kontemplation. Dabei ist der gebürtige Kölner kein Kind von Traurigkeit. Daniel Friedrichs weiß, dass nicht jeder seinen unrheinisch trockenen Humor teilt. Getreu dem Motto seiner Heimat, "Leben und leben lassen", nimmt er die Menschen wie sie sind. Gegenseitige Achtung und Respekt sind ihm wichtig. Auf meine Frage, ob er lieber einen guten Freund verlieren würde, als auf eine Pointe zu verzichten, winkt er entrüstet ab, und zwinkert mir kurz darauf zu: "Nun, vielleicht nicht gerade einen guten Freund …"
Thomas Völker, in "Zwölf Apostel" Nr. 12

 
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