 |
 |
 |
| © Schult de Morais |
Bernd Weiß |
|
| |
Bernd Weiß
Er ist in seiner ruhigen, gewissenhaften und ausgleichenden Art ein wichtiger Bestandteil des Gemeindelebens von Zwölf Apostel und dort gar nicht mehr wegzudenken: Bernd Weiß, der seit gut 10 Jahren in der Mittwochs-Initiative e.V. mitarbeitet und nicht nur dort sehr geschätzt wird. Er ist ein Berliner Junge, wenngleich man ihm das weder ansieht noch anmerkt. Die typische Berliner Attitüde zeigt er nicht. Bernd Weiß gehört zu den abwägenden und bedachten Menschen.
Geboren in Berlin-Buch, aufgewachsen in Friedrichshain und Prenzlauer Berg als Sohn eines politisch engagierten Drehers und Lehrmeisters und einer Lehrerin für Künstlerisches Gestalten, wurde der kleine Bernd frühzeitig mit dem Leben in der sozialistischen DDR bekannt gemacht. Vom christlichen Leben erfuhren die Kinder in der Schule wenig oder gar nichts. Sein "Aha-Erlebnis" hatte Bernd Weiß mit 16 Jahren, als ihm ein gleichaltriger Junge mit einer Sammelbüchse für die Diakonie gegenüber trat. Sie kamen ins Gespräch und er wurde eingeladen, die Junge Gemeinde zu besuchen. Der Umgang der Menschen dort miteinander faszinierte ihn und er begann, seine Besuche zu intensivieren. "Kann man Christ werden, ohne an Gott zu glauben?", diese Frage stellte er sich. Eine Rüste der Jungen Gemeinde in Süd-Böhmen gab Antwort. Bei einer Extremsituation bat er Gott um ein Zeichen und Hilfe. Diese Hilfe wurde ihm zuteil und Gott hat in seiner Gemeinde seither einen auf den Menschen ausgerichteten und stets einsatzbereiten Helfer.
Nach Beendigung der Schule wurde Bernd Weiß in der DDR zum Facharbeiter für Datenverarbeitung ausgebildet, wo Großrechenanlagen von beträchtlichem Ausmaß zu bedienen waren. Auf diesem Rechner wurden nach DDR-Maßstab "geheime" Statistiken erstellt und
gedruckt: neben dem offiziellen Jahrbuch der DDR, vor allem Wirtschafts- und Bevölkerungsstatistik sowie Umzugsstatistiken. Letztere gaben auch Auskunft über Umzüge in das "nicht-sozialistische Ausland" und waren natürlich von besonderem Interesse. Später wurde er "Projektierungs-Assistent" und lernte zwei Jahre lang Programmierung.
Ab 1984 ging Bernd Weiß, weil er im Rechenzentrum politisch nicht mehr tragbar war, als pflegerische Hilfskraft an das Krankenhaus St. Hedwig in der Großen Hamburger Straße. Die Arbeit mit Menschen gefiel ihm und er blieb dort bis Januar 1995. Parallel nahm er Studien an der Predigerschule in Erfurt mit dem Schwerpunkt Gemeindepädagogik auf (1986 bis 1990). Ein schwerer Schicksalsschlag traf Bernd Weiß 1990 und lähmte ihn für lange Zeit. Er ging dann für weitere Studien 1991 an die Kirchliche Hochschule in Zehlendorf und an die Humboldt-Universität, wo er die Studien fortsetzte. 1997 arbeitete er in einer Sozialstation und ab 1998 auch in der Lebenshilfe (Betreuungsverein).
In der Mittwochs-Initiative an Zwölf Apostel ist Bernd Weiß seit 1994. Ariane Schütz, vom Vorstand der Initiative, bezeichnet Bernd Weiß als treuen Freund, gewissenhaft und zuverlässig. In seiner auf den Menschen zugehenden Art kommt er mit allen gut aus und ist darüber hinaus ein hervorragender Organisator. Als Hobbys bezeichnet er die theologische Arbeit am Alten Testament, er sammelt Fossilien und liest gern naturwissenschaftliche Beiträge. Zur Entspannung darf es dann auch schon einmal ein Computerspiel sein. Zurzeit hilft uns Bernd Weiß im Büro des Alten Zwölf-Apostel-Kirchhofs, bis wir eine personelle Lücke geschlossen haben.
Dieter Grunwald , in "Zwölf
Apostel" Nr. 13
|