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MONATSSPRUCH

Juni
Gott spricht: Suchet mich, so werdet ihr leben.
(Am 5,4)

Juli<
So bekehre dich nun zu deinem Gott, halte fest an Barmherzigkeit
und Recht und hoffe stets auf deinen Gott!
(Hos 12,7)

August<
Jesus Christus spricht: Ihr urteilt, wie Menschen urteilen,
ich urteile über keinen.
(Joh 8,15)

JAHRESLOSUNG
2010
Jesus Christus spricht: Euer Herz erschrecke nicht. Glaubt an Gott und glaubt an mich
(Johannes 14,1)


 
Foto: Schult de Morais/diálogo
© Schult de Morais
Vergrößern (bitte ggf. JavaScript aktivieren)Karin Meier-Stoffers
 
Karin Meier-Stoffers

Ein aufmerksamer Blick, ein wohlwollendes, leicht verschmitztes Lächeln – so kennen viele Karin Meier-Stoffers. Bekannt ist sie vor allem durch ihre Taizé-Andachten, die sie seit eineinhalb Jahren in Zwölf Apostel anbietet. Dass sie aus Freiburg im Breisgau kommt, stimmt nur fast. Die letzten 20 Jahre lebte sie in dem kleinen Ort Sexau, am nördlichen Schwarzwaldrand gelegen. In der evangelischen Gemeinde war sie Mitglied der Jury, welche die jährliche Vergabe des Sexauer Gemeindepreises für Theologie vorbereitete. Gleichzeitig gehörte sie der Baptistengemeinde Freiburg an.

Ihre Jugend verbrachte Karin Meier-Stoffers in Hamburg, wo zwei ihrer drei Geschwister heute noch leben. Ihre Familie war 1957 aus Polen an die Alster gezogen, nach jahrzehntelangem Warten auf eine Ausreisegenehmigung. Die damals Zwölfjährige hatte schon manches Unangenehme erlebt, und auch in der neuen Heimat erlebte sie Anfeindungen. Auf der Suche nach ihrem Weg schloss sie sich mit 17 den Baptisten an. Die Baptistengemeinde in Hamburg sei nüchtern und kritisch gewesen, ohne "emotionale Geschichten", das war ihr sympathisch.

Individuum und Individualität bilden ein wichtiges Thema in ihrem Leben, denn letztlich, so sagt sie, tritt ja jeder allein vor Gott. Zwei Wesenszüge sind bei ihr besonders ausgeprägt: Mut und Toleranz. Karin Meier-Stoffers hat immer getan, was sie für richtig hielt, und sich wenig darum gekümmert, ob ihre Entscheidungen populär waren. Und immer hat sie sich schützend vor Schwächere gestellt. Gesellschaftliche Geschmeidigkeit gehört sicher nicht zu ihren Zielen, gelebte Solidarität dafür umso mehr. Karin ist an Inhalten interessiert, nicht an Äußerlichkeiten; an Menschen, nicht an Konfessionen.

Karin Meier-Stoffers kann auf ein abwechslungsreiches Arbeitsleben zurückblicken. Nach der Schule absolvierte sie eine Lehre zur Maßschneiderin. Kurze Zeit darauf sattelte sie um und studierte Textildesign. Sie zog nach Süddeutschland, wo sie bis Mitte der 70er Jahre als Textildesignerin tätig war. Dann arbeitete sie mehrere Jahre in der Metallwarenfabrik WMF als Verkäuferin. 1980 begann sie schließlich ihre (bislang?) letzte Ausbildung als Ergotherapeutin. In mehreren Praktika lernte sie verschiedene psychiatrische Stationen kennen. Nach Abschluss der Ausbildung war sie überwiegend in der Psychosomatik und in Pflegeheimen tätig. Ihre beharrliche Freundlichkeit begleitete die therapeutischen Bemühungen um ihre Patienten.

Wenn sie von ihrem Mann spricht, erzählt sie von gemeinsamen Gesprächen und der Aufrichtigkeit, die zwischen ihnen geherrscht hat. Man habe sich gegenseitig unterstützt und geholfen. Der Elektroingenieur Hans-Hermann Stoffers war seiner Karin 1972 aus Hamburg ins Süddeutsche gefolgt. Viele Jahre waren die beiden gemeinsam in einer Freiburger Friedensgruppe aktiv und betrieben gemeinsam einen Dritte-Welt-Stand. Karins Mann starb 1991 an Lungenkrebs.

Karin Meier-Stoffers ist auch als Ruheständlerin eine sehr aktive Frau geblieben. Im November werden einige Bilder der passionierten Malerin in der Markus-Apotheke, Motzstraße 20, zu sehen sein. Ihr religiöses Interesse spiegelt sich in verschiedenen Aktivitäten und Engagements, so ist sie den Schwestern von Grandchamps verbunden, wo sie Mitglied im Laienorden ist. Ein großes Anliegen ist ihr die Versöhnung mit den Konflikten ihrer Kindheit – vielleicht ein Anliegen jedes Menschen. Karin sucht ihre persönliche Aussöhnung mit Polen, nach Orten der Begegnung, nach dem Auflösen bitterer Gefühle und Erfahrungen. Ihre Wachheit, ihre Offenheit, das Vertrauen auf ihre eigenen Impulse werden ihr dabei helfen.
Friederike Kapp, in "Zwölf Apostel" Nr. 14

 
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