JAHRESLOSUNG 2004 · Markus 13,31
Jesus Christus spricht: Himmel und Erde vergehen;
meine Worte aber werden nicht vergehen.
Der Optimismus zum Jahreswechsel ist nicht erst seit der Jahrtausendfeier
eher einer bangen Erwartung des Kommenden gewichen. Viele haben wenig
Grund voll Freude und Zuversicht ins nächste Jahr zu blicken.
"Passt" die Jahreslosung mit ihrem Weltuntergangsszenarium
nicht genau zu dieser Stimmung? Ja, soll man sagen: Hoffentlich bald
möge diese Welt der Ungerechtigkeit und des Elends zugrunde gehen?
Das Wort Jesu ist zu Menschen in einer Zeit der Bedrängnis gesprochen als Trost und Zuversicht, daß Gott beständig bleibt in allem Wechsel und Untergang. Dabei müssen wir gar nicht auf eine kosmische Katastrophe blicken. Wir erleben Untergang von Himmel und Erde auf vielfältige Weise: wenn ein geliebter Mensch stirbt, eine Partnerschaft zerbricht, wir die Arbeit verlieren, nicht mehr mithalten können in Tempo und Lebensstil unserer Umwelt. In alledem kann uns der Himmel einstürzen.
Es ist die Erfahrung, dass wir uns oftmals gerade in
solchen Situationen an das Vergangene, Verlorene klammern und wir es
festzuhalten
versuchen. Die Jahreslosung lädt uns ein, in allem auf die Zukunft
Gottes mit uns zu bauen als dem einzig festen Grund. Es ist unsere Aufgabe,
das Leben zwischen Heil und Unheil zu gestalten, orientiert nicht an
unseren Vorstellungen, sondern am Wort Gottes.
Wie viel von dem Himmel unserer Werte muss einstürzen,
damit wir Gottes Wort tiefer begreifen? In diesem Sinn wird immer wieder
ein Stück "Welt" in uns zerbrechen müssen, um dem
Reich Gottes Platz zu machen.
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Auch das neue Jahr bietet uns mit jedem Tag die Chance der Orientierung am Unvergänglichen des Gotteswortes.
Ihr Pfarrer
Andreas Fuhr
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