Geschichte der GemeindeInterreligiöser DialogKirchhöfe
Musik in Zwölf ApostelMittwochs-InitiativeEhrenamt
KalenderRegelmäßige Termine

MONATSSPRUCH

Januar
Weise mir, Herr, deinen Weg; ich will ihn gehen in Treue zu dir.
(Psalm 86, 11)

Februar
Alles ist erlaubt - aber nicht alles nützt. Alles ist erlaubt - aber nicht alles baut auf. Denkt dabei nicht an euch selbst, sondern an die anderen.
(1.Korinther 10, 23-24)

JAHRESLOSUNG
2012
Jesus Christus spricht:
Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig.
(2. Korinther 12,9)


 
PFINGSTEN
Geist

Detail des Altarfensters der Zwölf-Apostel-Kirche (Entwurf: Alfred Kothe) – Foto: Schult de Morais/diálogo  
© Schult de Morais/diálogo
Vergrößern (bitte ggf. JavaScript aktivieren)Detail des Altarfensters der Zwölf-Apostel-Kirche (Entwurf: Alfred Kothe)
 
   
Wer von uns heute auf Anhieb sagen sollte, was es mit Pfingsten auf sich habe, dem fällt vielleicht das Stichwort "Heiliger Geist" ein – aber klingt es nicht wie aus einer anderen Welt?

Dieser Eindruck der Ferne und Fremdheit von Pfingsten und Heiligem Geist liegt nicht zuletzt daran, dass wir durch das Kirchenjahr daran gewöhnt sind, den Weg Jesu, seine Bedeutung, auf verschiedene Stationen zu verteilen. Die Feste sind die Stationen, und Pfingsten ist eben die letzte. Ebenso neigen wir oft dazu, im Glaubensbekenntnis von Gott, Jesus und dem Geist wie von drei Figuren zu reden, die man unabhängig voneinander bedenken könnte. Dies alles sind sehr missverständliche Aufgliederungen. So wenig unsere Welt und unser Leben teilbar sind, so wenig ist es christlicher Glaube und seine Bedeutung.

Vielleicht sind die Worte des Glaubens oft deswegen so weltfremd, weil wir sie anders dividieren als unser Leben. Was wir begreifen müssen, ist dies: In jedem Fest, in jeder Gestalt der Dreieinigkeit – und ebenso in jedem Ereignis dieser Welt und ihres Laufes – steht immer der ganze Glaube, seine ganze Bedeutung für unser ganzes Leben zur Debatte. Zwar jeweils von anderer Seite beleuchtet, aber nie nur zum Teil beleuchtet. Dies wollen wir uns an Pfingsten und am Heiligen Geist klarmachen. Setzen wir ganz allgemein ein!

Was wollen wir? Was fragen wir?

In aller Verschiedenheit wird uns – hoffentlich – eins gemeinsam sein: wir möchten wissen und erfahren, was es heute, in unserer Welt, mit Gott, mit Jesus auf sich hat. Sich auf diese Frage einlassen, ihr nachdenken, dies führt uns haargenau in den Umkreis dessen, was Heiliger Geist meint. Es meint die Frage nach der Gegenwart und Gegenwartsbedeutung dessen, was mit Jesus in die Welt gekommen ist, und damit immer zugleich die Frage nach seiner Bedeutung für unsere Zukunft. Oder auch die Frage: Wie sieht das denn in der Welt aus, wenn wir sagen, wir glauben ihm?

Wer so fragt, der merkt sogleich: Er muss seinen Verstand dabei anstrengen – und er muss ständig aus der Kirche herausschauen, auf andere Menschen sehen, auf das Geschehen in Zeit und Welt blicken. Sieht er nur auf sich und in sich hinein, dann bleiben die Antworten dunkel. Das Stichwort Heiliger Geist will aber öffentlich werden lassen, welchen Sinn Glauben hat.

Heute vom Heiligen Geist reden heißt dann: das Wagnis eingehen zu sagen, was an der Zeit ist. So allein liegt das, was Jesus wollte, nicht in der Vergangenheit. So allein ist Gott nicht von gestern. So allein ist Kirche kein Museum und Glaube kein altes Programm. Sondern die Gegenwart ist das Thema. Unser Leben. Das klingt noch sehr allgemein. Wie prall gefüllt aber mit uns, mit unserem Leben, unseren Problemen diese Wendung ist, zeigt sich sofort, wenn wir den nächsten Schritt tun. Ich tue ihn, indem ich aus dem Pfingstevangelium eine einzige Aussage herausnehme: "Meinen Frieden gebe ich euch", sagt Jesus, "nicht gebe ich euch, wie die Welt gibt."

Was ist das für ein Friede? Wo gibt es ihn? Wie kommt er zustande?

Die Abgrenzung mit dem Satz "Nicht wie die Welt gibt, gebe ich euch" zeigt sofort, dass der Friede in Jesu Geist nur greifbar wird, wenn man ihn aus seinem Verhalten und seinen Worten ableitet.

Wer diesen Frieden will, der stellt sich oft gegen das Recht des augenblicklich Stärkeren. Wer dies will, der stellt sich gegen Misstrauen und heimliche Feindschaft, die jede Vereinbarung schon vorher aushöhlen; er ist bereit, Kredit an Vertrauen zu geben, auch wenn er schon oft der Dumme dabei war.

Man kann dies leicht in die zehn Gebote oder in Worte Jesu zurückübersetzen. "Wer mich liebt, der wird mein Wort halten. Wer mich aber nicht liebt, der hält meine Worte nicht." Jesu Wort, das es hier zu halten gilt, ist dabei ständig umgemünzt in alltägliches Wort der Welt von heute. Es ist kein feierliches Sonderwort, sondern leidiges Alltagswort. Man mache sich nichts vor! Diesen Frieden, wie Jesus ihn stiften will, heute leben zu wollen, das heißt in der Regel: bereit sein, sich Sympathien zu verscherzen und zu leiden. Denn wer solchen Frieden will, der sitzt nur zu leicht zwischen den Stühlen der Streitenden. "Nicht gebe ich euch, wie die Welt gibt. Euer Herz erschrecke nicht."

Rede ich noch vom Heiligen Geist? Ja, davon rede ich. Wo Jesu Friedensangebot zu leben versucht wird, wo über diesen Frieden als Möglichkeit für uns nachgedacht wird, da leben wir in seinem Geist. Da ist Evangelium, weil Leben heil werden kann. Da ist der Horizont von Pfingsten. So geht der Blick nach vorn. Heiliger Geist weist in die Zukunft.
Gebe Gott, dass wir zur Zukunft fähig werden.

Foto: Schult de Morais
 

Pfarrer Heinz-Hermann Wittrowsky

nach oben
 

AKTUELL

das aktuelle
Gemeindemagazin
Download »

Alter St.Matthäus-Kirchhof
Kurzinformationen deutsch/englisch
Download »

Die Zwölf Apostel
Jakobus der Ältere und der Jüngere
Auf ein Wort »

Warum ich glaube
Auf ein Wort »

Konzerte
Musik in Zwölf Apostel »