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Öffne deinen Mund für den Stummen, für das Recht aller Schwachen!
(Sprüche 31,8)

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Gott hat sich selbst nicht unbezeugt gelassen, hat viel Gutes getan und euch vom Himmel Regen und fruchtbare Zeiten gegeben, hat euch ernährt und eure Herzen mit Freude erfüllt.
(Apostelgeschichte 14, 17)

Juli
Fürchte dich nicht! Rede nur, schweige nicht! Denn ich bin mit dir.
(Apostelgeschichte 18, 9.10)

JAHRESLOSUNG
2013
Wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir.
(Hebräer 13, 14)


 
REIHE: DIE ZWÖLF APOSTEL
Jakobus der Ältere (4) und der Jüngere (5)

Nicht nur Täufer und Apostel Jo­han­nes können verwechselt wer­den. Mehrere Apostel tragen den­sel­ben Vornamen: Simon Petrus und Simon Zelotes, Judas Jacobi und Judas Ischarioth. Be­son­ders be­liebt war es auch, sein Kind nach dem Stammvater Ja­kob zu be­nen­nen, der einst Esau um sein Erst­geburtsrecht be­tro­gen hatte (1. Mose 25,29 ff.), dem Gott das Land Kannan ver­heißen (1. Mose 28,10 ff.) und der mit Gott selbst ge­rungen hat­te und daher Israel („Got­tes­kampf“) genannt wurde (1. Mose 32,22 ff.). Außer zwei Jün­gern (Ja­kobus dem Jüngeren und Ja­ko­bus Zebedäus) gab es noch den Herrnbruder Jakobus und den Vater des Apostels Judas. Auch später war der Name als Jack, Jacques, Diego (auch in Santiago!) überaus verbreitet.


Jakobus der Ältere (maior), Sohn des Zebedäus

Der bedeutendere der beiden gleich­namigen Apostel war ohne Zwei­fel der zweite „Donnersohn“ Ja­ko­bus (Mk 3,17). Wie sein Va­ter Zebedäus war er Fischer und arbeitete mit Petrus und Andreas zusammen (Lk 5,10, Mt 4,21).
Neben seinem jüngeren Bru­der, dem Evangelisten Johannes (sie­he Zwölf Apostel Nr. 15) und ne­ben Petrus (siehe Zwölf Apostel Nr. 14) galt Jakobus als eine der „Säu­len“. In den Apostellisten steht er stets an zweiter (Mk 3,17) oder dritter Stelle (Mt 10,2, Lk 6,14, Apg 1,13). Er ist bei der Hei­lung der blutflüssigen Frau da­bei (Lk 8,51), auch ist er Zeuge der Verklärung Jesu (Mt 17,1) und er gehört zum engsten Kreis in Geth­semane (Mt 26,37). Das Füh­rungstrio Petrus, Jakobus und Jo­han­nes fand in unserem Kirchturm klin­genden Ausdruck in der Be­nen­nung der drei Glocken.
Nach der Auf­er­ste­hung ist er bei den an­de­ren Apo­steln in Je­ru­salem (Apg 1,13). Je­sus hatte sein schnel­les Ur­teil über die Samariter ge­ta­delt (Lk 9,54 f.). Vielleicht hat er ge­rade deshalb der Über­lie­fe­rung nach in der Gegend um Sa­ma­ria das Evan­gelium ver­kün­det. Zu Passah im Jahr 43 hat ihn der frisch aus Rom heimgekehrte Kö­nig Herodes Agrippa I. hin­rich­ten las­sen, an­geb­lich um sich bei den Juden beliebt zu machen (Apg 12,1 f.).
Die Jakobus nachgesagten Wun­der sind zahlreich und rei­chen von dem ‚dem Teller ent­flie­gen­den Brat­hähnchen‘ bis zu sei­nem ‚sich von selbst schließenden Sar­ko­phag­dec­kel‘. In Spanien soll Ja­kobus gleich nach der Him­mel­fahrt Chri­sti ge­pre­digt haben. Sein Grab sei aber ver­gessen ge­we­sen, bis sich Ja­ko­bus an­geb­lich zu Be­ginn des 9. Jahr­hun­derts dem Ere­mi­ten Pelayo auf dem so ge­nann­ten „Ster­nenfeld“ (spa­nisch Com­po­stela) offenbarte. Bei der Rück­er­obe­rung Spa­niens von den ara­bi­schen Be­sat­zern dien­te Ja­ko­bus als be­rit­te­ner „Mau­ren­tö­ter“. Auch Karl dem Gro­ßen soll er be­reits beim blu­tigen Hand­werk ge­hol­fen ha­ben. Aber das ist, wie so vie­les aus die­ser Zeit, Le­gen­de.
Seine Sym­bole sind die Mu­schel (die sich Ja­kob­pilger an den Hut steck­ten) und das Schwert, das an sei­ne Ent­hauptung er­innert. Als Pil­ger trägt er Stab und breit­krem­pi­gen Hut.


Exkurs: Der Herrnbruder Jakobus, Sohn des Joseph

Man hat vermutet, dass Herodes Agrip­pa nicht Jakobus Zebedäus, son­dern einen noch bedeut­sa­me­ren Ja­kobus hatte treffen wollen: Ja­ko­bus, den Bruder von Jesus (Mt 13,55, Mk 6,3), den Ge­rech­ten, den As­keten, die Säule, den er­sten Bi­schof von Jerusalem, von dem der Ja­kobusbrief in unserem Neu­en Te­sta­ment stammt. Als Auf­er­ste­hungs­zeuge (1. Kor 15,7) hat­te er maß­geblichen Einfluss auf die junge Kir­che (Apg 15,13 ff., 21,18 ff.). Die­ser Jakobus wurde im Jahre 62 n. Chr. in Jerusalem er­mordet, wo­rü­ber selbst der jü­di­sche Ge­schichts­schreiber Josephus berichtet (Ant 20,200). He­ge­sip­pus berichtet, Ja­kobus sei mit ei­ner Walkerstange er­schlagen wor­den. In der Gnosis wächst er zu ei­nem besonderen Of­fen­ba­rungs­mitt­ler heran. Spätere Quel­len (NHC I,2) zählen den Herrn­bruder Ja­kobus daher eben­falls zu den Zwölf Aposteln. Um die Berichte zu harmonisieren, hat man ab dem 4. Jh. den Herrnbruder Ja­kobus, Sohn des Joseph teils mit dem äl­teren, öfter noch mit dem jün­ge­ren Ja­kobus iden­tifiziert, was aber historisch nicht haltbar ist.


Jakobus der Jüngere (minor), Sohn des Alphäus

Wohl zur Unterscheidung von dem Donnersohn wurde er „Ja­ko­bus der Kleine“ (lateinisch Jaco­bus minor) genannt. Er steht in al­len Apostellisten erst an 9. Stelle, von ihm ist kaum mehr bekannt als der Name. Danach ist Jakobus even­tuell ein Bruder des Matthäus und ein weiterer Cousin Jesu im eng­sten Apostelkreis (Mt 10,3 parr. Mk 15,40, siehe Zwölf Apo­stel Nr. 17). Andere nennen Si­mon Zelotes und Judas Thaddäus als seine Brüder.
Seine Mutter Maria gehörte zu den Frauen, die Jesus bis un­ter das Kreuz nachgefolgt waren und die seinen Leichnam salben woll­ten (Mk 15,40, 16,1, Mt 27,56, Lk 24,10), sein Vater Al­phäus (Kleo­phas) gehörte zu den ersten Auf­er­ste­hungs­zeugen (Lk 24,18).
In einer mittelalterlichen Pas­sion ist Jakobus minor ein Cou­sin Jesu, der ihm zum Ver­wech­seln ähnlich sieht. Deshalb sei der Judas­kuss nötig ge­we­sen, um einen Irr­tum aus­zu­schlie­ßen.
Ja­kobus minor soll auch der Jüng­ling gewesen sein, der nach der Ge­fangennahme nackt entfloh (Mk 14,52). Danach habe Jakobus nichts mehr zu sich nehmen wol­len, bis er den auferstandenen Herrn sehen würde, was dann be­kannt­lich auch geschieht.
Aufgrund der systematischen Ver­wechslung mit dem Herrn­bru­der ist sein Symbol die Wal­ker­stange.

Foto: Schult de Morais/diálogo

Thomas Völker

 

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