Veröffentlicht am Mo., 4. Dez. 2017 12:49 Uhr

»Ich bin ein Fremdling geworden im fremden Lande« 2. Mose 2, 22
Als Kriegsflüchtlinge aus dem syrischen Aleppo [1] ist Familie Khalil zu uns gekommen. Zwölf Apostel hat sie aufgenommen: zwei Kinder, Marwa fünfjährig, und Hanif, am 10. August drei Jahre alt geworden, mit ihren Eltern Maryam Shikh-Ali und Masoud Khalil.
Von staatlicher Abschiebung bedroht, hat die Familie ab dem 12. Juni 2017 in unserer Gemeinde im Schutz des Kirchenasyls gewohnt. Sehr dankbar über den Rückzugsraum, eigene Türen und über die erste Möglichkeit, für sich selbst kochen zu dürfen, nach vielen Jahren auf der Flucht, konnte die Familie in der Gemeinde zur Ruhe kommen und über den Sommer ein stückweit in der neuen Kultur ankommen. Mithilfe eines Anwaltes wird derzeit versucht, ein dauerhaftes Bleiberecht mit Arbeitserlaubnis zu erkämpfen, um den unsicheren Status der Duldung (nach § 60a des Aufenthaltsgesetzes) und die damit verbundene Perspektivlosigkeit zu überwinden.
Nun ist die Familie am 12. Oktober auf ihrem steinigen Weg des Bleiberechtsverfahrens einigermaßen gesichert in eine Gemeinschaftsunterkunft in Spandau umgezogen. Sehr beengt in einem etwa 15 m² messenden Raum teilt die Familie sich sanitäre Gemeinschaftsanlagen und Kochgelegenheit mit anderen Heimbewohnern. Mittlerweile sind die Khalils zu fünft: Am 7. November wurde Sarah geboren, ein gesundes kleines Mädchen. Die pharmazeutisch gebildete Mutter ist daher im Mutterschutz. Vater Masoud hilft uns in der Suppenküche „Apostelstube“ und fertigt als gelernter Schneider die Kostüme für das weihnachtliche Krippenspiel der Gemeinde.
Marwa und Hanif konnten von Zwölf Apostel aus eine Kita in der Nähe besuchen. Beide Kinder tummelten sich ansonsten in Haus und Garten der Gemeinde. Das Spielen und die Freude der Kinder im Garten war eine Bereicherung für den Gemeindealltag.
Sprachlich ist die Verständigung mit ihnen gut möglich. Der Ausspruch von Hanif ist: „Oh mein Gott ...!“ Den Eltern konnten wir als Minimalangebot einmal wöchentlich Deutschunterricht anbieten. Elementare Sprachkenntnisse wurden so vermittelt.
Am 10. August feierten wir als Gäste der Familie den dritten Geburtstag Hanifs. Und am 23. September waren Suppenküche und Familie auf Havelseen-Tagesausflug ...
Wir wollen die Khalils nun quasi aushäusig auf ihrem weiteren Weg nach Möglichkeit begleiten und die Behörden zu einem Bleiberecht drängen, damit der Familienvater eine Arbeitserlaubnis und die Familie somit ein stückweit Autonomie erhält. Rechtsanwalts- und Prozesskosten werden rund 1.000 Euro betragen, hierfür bittet die Gemeinde herzlich um Spenden!
Für die kommende, besondere Zeit wünschen wir der Familie von Herzen Gottes Segen und Schutz.

Lisa Dürer, Christian Müller, Hans Menzler

Spenden bitte an

Bankverbindung Gemeinde
Inhaber: Zwölf-Apostel-Gemeinde
IBAN: DE45 3506 0190 1567 1240 17
KD-Bank e. G. (Bank für Kirche und Diakonie)
BIC: GENODED1DKD
Verwendungszeck: Anwaltskosten Khalil

oder direkt hier

Zeichnung: Martin Kapp

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